Dem Telefonbetrug ein Ende setzen: Im Zweifel lieber auflegen!

Enkeltrick, Abzocke am Geldautomaten, Romance Scaming, falscher Polizeibeamter – die Betrugsformen sind vielfältig, es kann im Grunde jede und jeden treffen. Häufig werden ältere Menschen Opfer von Betrügereien und verlieren dabei nicht selten ihr ganzes Hab und Gut. Deshalb ist es besonders wichtig, die Bevölkerung über die „miesen Maschen“ aufzuklären, sie zu informieren und zu sensibilisieren.

Präventionskonzept erarbeitet

Mit dem neuen Präventionskonzept „Telefonbetrug“ legt das Polizeipräsidium Heilbronn genau dafür den Grundstein. Das Ziel: die Fälle der Vollendungen von falschen Polizeibeamten und Enkeltricks weiterhin gering halten (unter 1 %) und den potentiellen Opfern die wesentlichen Informationen über dieses Deliktsfeld zielgruppenorientiert und auf vielfältige Weise zugänglich machen.

Voller Saal in Öhringen

Zum Auftakt lud das Polizeipräsidium Heilbronn am 30. Januar zu einer Informationsveranstaltung alle Interessierten in das „Haus an der Walk“ nach Öhringen ein. Die Resonanz war gewaltig: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wollten von den Gefahren am Telefon, aber auch den Möglichkeiten sich gegen die Betrüger zur Wehr zu setzen, erfahren.

Hochrangige Vortragende

Nach einem Grußwort von Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler begrüßte Polizeipräsident Hans Becker die Anwesenden. Während er beispielhaft einzelne erfolgreiche Betrugsfälle aus dem Präsidiumsgebiet aufzählte, ging immer wieder ein Raunen durch den Saal. Zu unfassbar erschienen dem überwiegend älteren Publikum die Dreistigkeit der Betrüger und die Höhe der Schadenssummen. Im Anschluss stellte Landrat Dr. Matthias Neth als Vorsitzender den neu gegründeten Präventionsverein „Sicher im Hohenlohekreis e. V.“ vor, der sich der Kriminal- und Verkehrsprävention widmet. Das Präventionskonzept und die angestrebten polizeilichen Maßnahmen standen dann beim Vortrag vom Ersten Kriminalhauptkommissar Jörg Hachenberg vom Referat Prävention im Vordergrund.

Betrug live auf der Bühne

Einen Baustein des Konzeptes konnten die Gäste in Öhringen gleich live erleben: das Seniorentheater „Hallo Oma, ich brauche Geld“. Zwei Schauspielende der Gruppe „dieTheaterExperten“ aus Ludwigsburg zeigten in ihrer Darstellung sehr anschaulich, wie gewieft die Betrüger bei ihren Anrufen vorgehen, wie die Opfer in ein Gespräch verwickelt werden und am Ende alle Informationen preis geben, die der Anrufende braucht, um an das Geld der zumeist älteren Opfer zu kommen.

Wie man sich vor den hinterlistigen Maschen schützen kann erklärte Kriminalrätin Sibylle Schieck, Leiterin der Kriminalinspektion 3, am Ende der erfolgreichen Veranstaltung und gab dem Publikum konkrete Tipps mit auf den Weg:
– Trauen Sie Ihrem Bauchgefühl.
– Immer nachfragen, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.
– Bei Zweifeln sofort auflegen.
– Verdächtige Anrufe immer der Polizei melden.
– Scheuen Sie sich nicht, die 110 zu wählen.
– Keine falsche Scham, es kann wirklich jede und jeden treffen.

Banditen-Galopp zur Aufheiterung

Als musikalische Umrahmung traf das Kammerensemble des Landespolizeiorchesters mit dem Banditen-Galopp von Johann Strauss gleich den richtigen Ton und sorgte für eine heitere Stimmung.

Polizei Berlin und Co. beteiligten sich bei Twitter

Auch in den sozialen Medien war „Betrug“ am Tag der Auftaktveranstaltung ein prominentes Gesprächsthema. Mit der Challenge #Betrugin5Worten forderte das Social Media-Team des Polizeipräsidiums Heilbronn die Twitter-Community auf, eine typische Betrugsmasche in nur fünf Worten zu beschreiben. Es folgten zahlreiche kreative Tweets, unter anderem von Polizeipräsidien aus ganz Deutschland: „Repariere Dach für wenig Geld“ (Polizei Kaiserslautern), „Oma, Notfall! Ich brauche Geld“ (Polizei München), „Weltkriegsbombenfund, wir sichern Ihre Wertgegenstände“ (Polizei Frankfurt), „Wir müssen Ihre Rauchmelder überprüfen“ (Polizei Berlin) oder „Chef hier, überweise 3.000.000€ nach…“ (BKA).

Wenn Sie Interesse an einer Präventionsveranstaltung zum Thema Telefonbetrug haben, sei es in der Gemeinde, im Verein, einfach für interessierte Seniorinnen und Senioren sowie Multiplikatoren, dann wenden Sie sich bitte an Jörg Hachenberg, Geschäftsführer des Vereins „Sicher im Hohenlohekreis e. V.“ (Tel.: 07940-940330 / -940303, heilbronn.pp.praevention.kuen@polizei.bwl.de).

Weitere Informationen zu Betrugsmaschen finden Sie unter polizei-beratung.de.

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